Ziehm Vista Flachbildmonitor DSA USB C Bogen gebraucht B2

Abnahme Bildwiedergabegerät nach DIN 6868-157

Die seit 2015 geltende Norm 6868-157, besser bekannt als "neue Monitornorm" ist in aller Munde. Hauptdiskussionsthema ist dabei, welches System kann zu welchen Bedingungen noch wie lange betrieben oder zugelassen werden. Während die Frage bei Neuinstallationen eindeutig ist, herrscht für gebrauchte Systeme und Bestandsgeräte keine einheitliche Meinung.

Übergangsvorschrift bis 2025

Oftmals wird sich mit dem Verweis auf die noch bis Ende 2024 anwendbare Übergangsvorschrift, der DIN V 6868-57 beholfen und diese angewandt. Zweifelsohne ist bis 2025 noch ein wenig Zeit, jedoch haben wir uns von Anfang an nicht damit zufrieden gegeben, Kunden nur bis einschließlich 2024 weiterhelfen zu können.

C-Bögen in der DIN 6868-157

Bereits seit erscheinen der neuen Norm DIN 6868-157 werden unsere Befundmonitore bei Installationen von digitalen Röntgenlösungen auch nach dieser Vorschrift abgenommen und in Betrieb genommen. Doch ein nicht sofort eindeutiges Thema blieben die C-Bögen.

Ein Grund für die neu aufkommenden Fragen, war dass mit der -157 erstmals auch mobile chirurgische C-Bögen mit deren Monitoren in den Kreis der Befundmonitore aufgenommen wurden und demzufolge auch der Vorschrift unterliegen.

Sind die Monitore von C-Bögen mit Befundungsmonitoren aus der Radiologie oder Orthopädie vergleichbar? Kann eine einheitliche Prüfvorschrift zur Überprüfung der Bildqualität in der Diagnostik zur Sicherung dieser Qualität und damit zur Vermeidung von Fehldiagnosen und mehr Patientensicherheit beitragen?

Unterschiedliche Anwendungsgebiete von Monitoren

Egal ob Radiologe in einem abgedunkelten Befundraum oder Chirurg am OP-Tisch, alle treffen definitiv Entscheidungen anhand der durch Röntgentechnik gewonnen Aufnahmen. Es ist also notwendig, dafür zu sorgen, dass die Monitore auf denen die Röntgenaufnahmen betrachtet werden, diese auch in ausreichender Qualität wiedergeben und insbesondere keine der oftmals entscheidenden Details verschlucken. Daher muss die Bildqualität auf der einen Seite in jedem Fall sichergestellt sein.

Auf der anderen Seite ist das Umfeld in denen bildgebende Systeme eingesetzt werden sehr unterschiedlich und kaum vergleichbar. So ist gerade ein OP mit LED-Strahlern darauf ausgelegt möglichst viele Details auszuleuchten während ein Befundraum in der Regel komplett abgedunkelt ist und alle Informationen vom Bildschirm gelesen werden. Zudem müssen Radiologen auf Grundlage der Röntgenaufnahme detaillierte Befunde erstellen, während im OP vielfach kontrolliert und überprüft wird, da ein Befund bereits vor der OP feststand.

Hohe Anforderungen an Befundungsmonitore

Es ist also unbedingt notwendig zu differenzieren, in welchem Anwendungsgebiet ein Monitor eingesetzt wird. Um unterschiedliche Einsatzgebiete in das Prüfverfahren mit einfließen zu lassen, definiert die DIN 6868-157 sog. Raumklassen. Je Raumklasse sind verschiedene Anwendungsbereiche aufgelistet, in die ein Monitor einzuordnen ist. Leider wird von dieser Einordnung anschließend lediglich die maximal zulässige Beleuchtungsstärke, also die Helligkeit im Raum abgeleitet, die verbleibenden Anforderungen an die Monitore sind identisch.

Dies führt zur größten Herausforderung bei der Abnahme von Monitoren an C-Bögen, die vor 2015 hergestellt wurden. Gleichwohl bei allen Herstellern mit Sicherheit keine qualitativ schlechten Bildschirme verbaut wurden, verfügen die C-Bögen weder über echte Befundmonitore noch über Displays mit einstellbarer oder kalibrierbarer DICOM Kennlinie (GSDF). Die Abweichung von dieser Kennlinie ist jedoch der definierte letzte Prüfschritt in der Abnahmeprüfung und darf maximal bei 15% liegen.

Damit überhaupt die Prüfung nach der DIN 6868-157 durchgeführt werden kann, muss das Bildwiedergabegerät, im Fall eines C-Bogens also der integrierte Computer, die in der Norm festgelegten Testbilder anzeigen können. Hat das System die Testbilder nicht integriert, müssen diese eingespielt werden und pixelgenau dargestellt werden. Dies stellt die zweite große Herausforderung für ältere Systeme dar.

Einige C-Bögen disqualifizieren sich dadurch für eine Prüfung nach der neuen Monitornorm. Technisch gesehen ist es zum Teil unmöglich die entsprechenden Testbilder in der erforderlichen Auflösung einzuspielen oder die Monitore erfüllen schlicht und einfach nicht die Anforderungen, dadurch dass sie zu stark von der DICOM-Kennlinie abweichen. Aus diesem Grund werden alle Systeme, die nicht für die -157 in Frage kommen, wie z.B. auch alle C-Bogen mit CRT-Monitoren bei uns nach der DIN V 6868-57 abgenommen. Von der Bildqualität und Leuchtdichte, die in der Vornorm geprüft werden, erfüllen die Systeme auch zum größten Teil alle Anforderungen. Auch der Bildeindruck lässt nicht vermuten, dass die Monitore keine ausreichende Bildqualität aufweisen. Jedoch sind in der neuen Norm keine Spielräume oder Alternativen definiert.

Abnahmeprüfung an refurbished Ziehm Vision von 2007

Vergangene Woche schloss ein Ziehm Vision mit Bildverstärker den EBA refurbishing Prozess ab und die Prüfung der Monitore nach der DIN 6868-157 durchgeführt. Die Prüfung der Monitore nach DIN 6868-157 ist also auch an installierten und gebrauchten Systemen unter den weiter oben beschriebenen Voraussetzungen möglich. Allerdings führt die Erfüllung der Voraussetzungen noch nicht zu einem bestehen der Prüfung, da die älteren Monitore, wie bereits erwähnt aus technischer Sicht nicht an die Anforderungen in der neuen Norm angepasst wurden.